Schlagzeilen 07/2010  

26. 07. 2010

 

VDI 2082:2010-07 Raumlufttechnik - Verkaufsstätten

Die Richtlinie gilt für die Lüftung von Verkaufsstätten unabhängig von ihrer Größe. Ziel ist es, das Vorgehen bei der Feststellung der grundlegenden lüftungstechnischen Aufgaben und Anforderungen sowie der Planung solcher Systeme zu unterstützen. Für den späteren Betrieb der Anlagen werden ergänzende Hinweise gegeben. Die Richtlinie kann nicht zur Bemessung von Rauchabzugsanlagen für Verkaufsstätten angewendet werden. Art und Aufbau von raumlufttechnischen Anlagen für Verkaufsstätten bestimmen sich im Wesentlichen aus den Anforderungen an das Raumklima. Dabei werden vorrangig die Behaglichkeitsanforderungen des Personals und der Kunden sowie die Anforderungen an die Lagerung und Präsentation von Waren berücksichtigt. In die Überarbeitung der Richtlinie VDI 2082 werden Aspekte Europäischer Normen einbezogen sowie die gestiegenen Anforderungen an energetische Effizienz und der aktuelle Stand der Technik berücksichtigt.
Grundlage der Richtlinie sind die Inhalte von DIN EN 15251 und DIN EN 13779.

 

Aktuelle Entwicklungen im Arbeitsstättenrecht

Der Bundesrat hat am 9. Juli 2010 die Verordnung zur Umsetzung der Richtlinie 2006/25/EG zum Schutz der Arbeitnehmer vor Gefährdungen durch künstliche optische Strahlung und zur Änderung von Arbeitsschutzverordnungen beschlossen. Die Bundesregierung muss den eingefügten Änderungen noch zustimmen. Die Verordnung wird voraussichtlich noch im Juli 2010 in Kraft treten. Unter anderem hat das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) die Technischen Regeln für Arbeitsstätten (ASR) ASR A 3.5 "Raumtemperatur“ bekannt gemacht. Im Vergleich zur alten Arbeitsstättenrichtlinie zur Raumtemperatur sieht die ASR A 3.5 "Raumtemperatur" vor, dass die Raumtemperatur in Arbeitsräumen 26 Grad nicht überschreiten soll. Bei Außentemperaturen von mehr als 26 Grad, werden unter Punkt 4.4 Tabelle 4 beispielhafte Maßnahmen beschrieben, die der Arbeitgeber ergreifen soll. Übersteigt die Raumtemperatur in Arbeitsräumen 30 Grad müssen wirksame Maßnahmen gemäß Gefährdungsbeurteilung ergriffen werden.

Weitere Informationen erhalten Sie unter 0 22 4 1- 97 42 00.

 

Marktanreizprogramm des BMU

Im Rahmen des Marktanreizprogramms des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) fördert das Bundesamt für Ausfuhr und Wirtschaftskontrolle (BAfA) zur Nutzung erneuerbarer Energien. Darunter fallen die Errichtung und Erweiterung von:

  • Solarkollektoranlagen bis 40 m² Bruttokollektorfläche,
  • (…)
  • effizienten Wärmepumpen,
  • besonders innovativen Technologien zur Wärme- und Kälteerzeugung aus erneuerbaren Energien nach Maßgabe dieser Richtlinien: Große Solarkollektoranlagen von 20 bis 40 m² Bruttokollektorfläche,
  • (…)
  • besonders effiziente Wärmepumpen.

 

Nicht mehr gefördert werden nun Anlagen im Neubau, was den Nutzen des Förderprogramms im Handwerk erheblich einschränkt. Eine detaillierte Übersicht mit den konkreten Förderbedingungen finden Sie auf den Internet-Seiten der BAfA oder unter 0 22 41 – 97 42 00.

 

ZVKKW – Supermarkt-Symposium

Mehr als 100 Teilnehmer – Wissenschaftler, Komponentenhersteller, Planer, Anlagenbauer und Betreiber sowie Vertreter von Behörden, Verbänden und Vereinen – besuchten das ZVKKW Symposium vom 30.6. bis zum 1.7.2010 im Messezentrum Nürnberg. Die Referenten kamen aus der Wissenschaft, von den Komponentenherstellern, der Planerseite und von den Anlagenbauern sowie von den Supermarktbetreibern. Die Referate zeigten den hohen Stand der Technik auf, aber auch die Notwendigkeit der konsequenten Entwicklung zur weiteren Verbesserung der Effizienz bei der Kälte- und Wärmeerzeugung für den Supermarkt. Die Veranstaltung erwies sich als ausgezeichnete Kommunikationsplattform, um ein besseres gegenseitiges Verständnis für eine ganzheitliche Betrachtungsweise des Gesamtkomplexes Supermarkt zu erlangen. Man kam zu der Erkenntnis, Erdwärme/-kälte, sinnvolle Gebäudehüllen, Solar, Regenwasser und z.B. Tageslicht in die Planung und Nutzung einzubeziehen und eine vernetzte Lösung der Wärme-Kälte-Klima-Lüftungssysteme anzustreben. Eine Optimierung der eingesetzten Bauteile in der Kälte- und Wärmetechnik bietet im Einzelnen zusätzliche Verbesserungspotentiale. Die wesentliche Reduzierung des Gesamtenergiebedarfs von bis zu 30% und mehr kann nur erreicht werden, wenn Baukörper, Betriebskonzept des Betreibers, Beheizung und die Klima-/Kältetechnik als Einheit entwickelt werden. Die Nutzung der Abwärme der Kälteanlage ist unabdingbar, eine übermäßige Isolierung der Außenhülle nicht notwendig. Dies zeigte deutlich das Referat von Dr.-Ing. York Ostermeyer vom Institut und Lehrstuhl für Nachhaltiges Bauen der ETH Zürich. Vorgestellte Anlagen, wie z.B. der erste „Tengelmann Klimamarkt“ zeigten schon enorme Einsparungen der Betriebskosten auf. Aus den lebhaften Diskussionen und Gesprächen mit den Teilnehmern war erkennbar, dass eine Weiterführung dieser Tagung wünschenswert wäre. Der ZVKKW wird daher 2011 ein weiteres Symposium zur energieeffizienten Supermarkt-Zukunft durchführen. Die Kurzfassungen der Referate finden Sie unter www.zvkkw.de (siehe Download-Bereich).